Landmarke Duhamel
Ideenwettbewerb für eine Landmarke zum Ende des Bergbaus auf der Halde Duhamel beim Bergwerk Saar in Ensdorf
Die Landmarke „Thermoflügler“ erinnert von weitem an eine Naturform.
Dies ist allerdings nur die Ebene der fernen Wahrnehmung. Sobald man die Bergehalde Duhamel besteigt und den Thermoflügler genauer betrachtet, entpuppt sich dieser als ausgefeilte Konstruktion mit maschinenhaften Elementen, die direkt auf den Kohlebergbau Bezug nehmen.
Die beiden Flügel sind gelenkig gelagert und mit Stahlseilen über eine Seilscheibe und Getriebescheiben so verbunden, dass sie sich, durch die Längenänderung der Stahlseile abhängig von den jahreszeitlichen Temperaturen, bewegen. Seilscheibe und Stahlseile nehmen sehr direkt Bezug zu den Fördertürmen der Tiefbauzechen des Kohlebergbaus im Saarland, da sie dort die wesentlichen technischen Elemente sind. Aus der Nähe betrachtet kommen neben der fernwirksamen Naturform noch weitere Deutungsmöglichkeiten hinzu, beispielsweise die einer technischen Collage oder von kinetischen Kunstobjekten eines Jean Tinguely.


Standort:
Halde Duhamel beim Bergwerk Saar in Ensdorf

Wettbewerb: 2011

Auslober:
RAG Aktiengesellschaft, Saarbrücken

Landmarke Lausitzer Seenland
Landmarke und Aussichtspunkt Lausitzer Seenland
sowie Entwicklung eines architektonisch-landschaftsplanerischen Konzepts
Thermoplastik
Lange Stahlseile, die den Rumpf der Libelle bilden, erstrecken sich entlang des neuen Verbindungskanals. Durch die temperaturbedingte Längenänderung
der Stahlseile wird eine Bewegung der Libellenflügel erzeugt, im Sommer senken sich die Flügel, im Winter heben sie sich. Der berechnete Neigungsgrad beträgt ca. 40°, ist jedoch abhängig von der gewählten Gesamtseillänge.

Aussichtsplattform
Es befindet sich im Bereich der Umlenkmechanik Stahlseil / Libellenflügel in ca. 8,70 m Höhe eine allgemein zugängliche Aussichtsplattform. Von dort aus hat man einen Überblick über die Lausitzer Seenlandschaft und einen Einblick in die Mechanik der künstlichen Libelle.

Treffpunkt
Die neue Landmarke stellt einen „Ankerpunkt“ in der weitläufigen Landschaft dar. Aus diesem Grund sollte der Ort neben seiner Zeichenhaftigkeit und seiner Funktion als Aussichtspunkt ggf. noch weitere Aufenthaltsqualitäten bieten, sei es als von Freizeitsportlern betriebener „Surfers-Point“, als Treffpunkt für Hobbysegler, Anglerklause oder sogar als saisonal betriebenes Kiosk mit kleiner Bar. Als idealer Ort für diese möglichen Nutzungen ist der Libellenkopf vorgesehen. Er ist Endpunkt der Wegstrecke vom Parkplatz her und der Geländepunkt mit der besten Aussicht auf das Geschehen am Seeufer und an der Kanalmündung.

Assoziationen
Die Landmarke ist ein Kunstgebilde und soll mit den verwendeten Motiven Libelle und Seerosenblätter Assoziationen zur natürlichen Wasserlandschaft wecken. Der Mechanismus aus langen Stahlseilen, Umlenkrollen und mechanischen Stahlbauteilen weckt Erinnerungen an die mächtigen Bagger des Braunkohletagebaus, ein Verweis in die nahe, industrielle Vergangenheit und die Entstehungsgeschichte der Landschaft. Die Flügel der Libelle weisen formale Analogien zur Takelage den Segeln von Segelbooten und von Windsurfgeräten auf, ein Verweis auf die künftige Nutzung der entstehenden Seenlandschaft und auf neue, spielerische Artefakte in einer Landschaft, die seither von industrieller Rohstoffgewinnung geprägt war.

Standort:
Sedlitzer See, Senftenberg

Wettbewerb: 2005

Auslober:
Stadt Senftenberg und die Internationale Bauausstellung Fürst-Pückler-Land GmbH